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Newsletter Januar 2017

 


   

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Sehr geehrte/r Leser/in,
 
Man kann nicht nicht kommunizieren! Eine der bekanntesten Aussagen des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick. Schaut man genauer hin, ist "nicht kommunizieren" zwar tatschlich ein Verhalten, welches "etwas" signalisiert, aber ist dies Kommunikation? Kommunikation sollte unter normalen Umstnden ein bidirektionales und aktives Verhalten sein. Tatschlich enthalten sich jedoch oftmals einige Fhrungskrfte und auch Mitarbeiter solch einem, auf gegenseitigem Austausch beruhendem, Verhalten. Man lsst sein Gegenber einfach stehen und verdrngt, dass im zwischenmenschlichen Beziehungsmechanismus dies kontraproduktive Auswirkungen hat.

Was viele nicht wissen, und Watzlawick und viele andere Kommunikationsforscher betonen dies, die Kommunikation hat ihre eigenen Gesetze. Einige der Gesetzmigkeiten sind jedoch selbst vielen Experten kaum bekannt, da diese aus der Psychologie und der neueren Hirnforschung stammen. Weist man darauf hin, kommt meist ein Na klar!, zurck, als wre dies die selbstverstndlichste Sache der Welt und trotzdem werden die Wirkungen kaum bercksichtigt. Einer der Pioniere der Kommunikation ist Prof. Friedemann Schulz von Thun. Er ist vielen Fhrungskrften durch das Vier-Ohren-Modell bekannt, sowie die sechs Steine der Weisheit, die er fr die Kommunikation entwickelt hat. Sie gelten als Vermchtnis seines Lebenswerkes.
 
Hren Sie Stimmen?
 
Menschen kommunizieren ja auch in ihrer Innenwelt mit sich selbst. Schulz von Thun hat dies in seinen Bchern behandelt und spricht von inneren Stimmen. Im Inneren unseres mentalen Raumes beurteilen, werten und entscheiden wir. Dabei wgen wir ab, rechnen unsere Chancen fr die eine oder andere Handlung aus und beobachten uns, unserer Stimmen bewusst, dabei auch noch selbst. Wir tun dies oft durchgngig, natrlich nicht immer bewusst und unser "inneres Team", wie es Schulz von Thun nennt, bekommt vor allem viel Arbeit, wenn wir eine Abwesenheit von Kommunikation realisieren. Die Stille, die aus der fehlenden Response erwchst, wirkt wie ein Vakuum und lsst die inneren Stimmen laut und bewusst werden. Bei manchen geht es dann zu, wie bei einem groen Gerichtshof, bei anderen ziehen innere Berater vom Leder.
 
 
Was bedeutet ein Vakuum im Verlauf eines Kommunikationsprozesses?
 
Kommt von einer Fhrungsperson pltzlich mitten in einem Prozess kein Signal mehr, gibt sie im Grunde die Steuerung der Situation aus der Hand. Pltzlich fehlen nicht nur die ntigen Vorgaben, damit ein Gegenber die treffenden Entscheidungen assoziieren kann, es kommt regelrecht zu einem Bruch in der eigenen Steuerung des Alleingelassenen. Die Fhrungskraft geht ihrem eigenen Geschft nach und mag das nicht weiter wahrnehmen, doch lst es eine ganze Ereigniskette in den emotionalen und mentalen Befindlichkeiten des Mitarbeiters aus.

Das Erste was passiert, wenn ein Vakuum entsteht - nach einer psychodramatischen Sekunde der Starre -, holt der Mitarbeiter unwillkrlich Luft. Er wappnet sich und sein innerer Dialog wird laut, da die Situation so vollstndig wie mglich ausgewertet werden muss. Mit mentaler Kraft bewertet er das Warum, das wie Lange, das Wohin. Dies ist vllig normal, kommt ganz tief aus dem Stammhirn und gehrt zu den berlebensreflexen.

Dieses innere Geschehen, die Reflektion, die ein Mensch hierbei erlebt, ist also nichts Unnormales. Hren Sie Stimmen? Hoffentlich, dann sind Sie gesund. Man kann es als eine Ansammlung der Stimmen verschiedener Perspektiven zu einem Thema betrachten, Schulz von Thun nennt es deshalb sogar das innere Team.
 
Haben Fhrungskrfte keine innere Stimme?
 
Selbstverstndlich, doch wie bei vielen Menschen sind wir durch die Sozialisation in unserer Gesellschaft darauf getrimmt, besser nicht ber unsere inneren Stimmen zu sprechen oder diese berhaupt in Erwgung zu ziehen. Dies bedeutet jedoch, wichtige Erkenntnisse aus der Kommunikationsforschung auer Acht zu lassen. Schulz von Thun sagt, nur wer sich selber versteht, kann souvern und klar kommunizieren, nur wer sozusagen alle beisammen hat, wird erfolgreich eine Kommunikation steuern knnen. Er geht dabei soweit zu empfehlen, dass das innere Team eine Fhrung bentigt und nur diese eine integre Fhrung nach auen mglich macht. Die bekannte Aussage: Nur wer sich selbst gut fhren kann, kann andere gut fhren erhlt hier eine ganz neue Perspektive.


Zu lernen, dass Menschen komplex sind und erst in der ganzheitlichen Betrachtung und der Einbeziehung der besonderen Eigenschaften als psychische Wesen effektiv funktionieren, wird eine der groen Herausforderungen fr Fhrungskrfte werden. Lngst hat man herausgefunden, dass die Optimierung von Prozessen auch an einer Beziehungskultur bzw. der Unternehmenskultur ansetzen muss, damit am Ende der Wertschpfungs-Kette bessere Ergebnisse herauskommen.
 
 
Komplexitt verringert die synergetischen Optionen
 
Dr. Bernd Schmid vom ISB Wiesloch, Organisations-Entwickler und Berater beschreibt anhand einer Kurve, wie bei Kulturvernachlssigung durch die darauffolgende Zunahme der Beziehungs-Komplexitt die Produktivitt zu Lasten der Ergebnisse geht. Er weist auf eines hin: die bliche Praxis, die isolierte Beschftigung mit den Kernthemen selbst, ohne die Kultur der Zusammenarbeit einzubeziehen, das fhrt dazu, dass die Ablufe sich zunehmend mit weiterer Komplexitt anreichern.

Die in menschlichen Systemen inhrenten Friktionen knnen dabei die Reibung derart vergrern, dass im Ergebnis oft der Aufwand nicht gerechtfertigt ist. Eine frhzeitige Klrung und Entwicklung der Kulturparameter kann hier deutlich ein System von Friktionen entlasten.

Was aber ist dann zuerst wichtig? Die Themen Umsatz, Ertrag, Zahlen oder die Kultur zu etablieren? Dieser Frage sind wir in mehreren Newslettern und Blogs schon nachgegangen, kann dort nachgelesen werden und soll hier deshalb nicht nochmal aufgerollt werden. Doch der direkte Zusammenhang von Kultur-Dimensionen, wie sie sich in der 4C Perspektive ergeben, ist ein wichtiger Ansatz.
 
Eine Innovation hat immer mit Kommunikation zu tun!
 
Eine verbesserte Kommunikationsstrategie ist nicht nur Grundlage entspannten Arbeitens oder verbessert das Klima, sondern ist der fruchtbare Boden fr Innovation. Die Auswirkungen einer gesunden und tatschlich professionellen Kommunikation sind leider erst im spteren Verlauf der Entwicklung eines unternehmerischen Prozesses zu erkennen.

Meistens werden die entstandenen Ergebnisse anderen Ursachen zugeordnet, da die kausalen Zusammenhnge nicht erkannt werden. Fhrungsstrategen sollten deshalb nicht nur die Theorie einer gezielten und nachhaltigen Kommunikation kennen, sondern die praktische und zielfhrende Anwendung von modernen Kommunikations-Skills zur obersten Pflicht bei jeder Fhrungskraft und sich selber machen. Hier lernt ein Mensch nie aus. Kommunikation ist eine der wenigen Skills, die ausdrcklich und bis ins hohe Alter verfeinert und verbessert werden knnen. Sie werden staunen, wie viel mit wenigen neuen Kommunikations-Skills an neuen Entwicklungsperspektiven freigesetzt werden knnen.

Mchten Sie mehr Innovation im eigenen Haus, dann ist die Verbesserung der Kommunikations-Skills die erste Stufe dorthin. Lassen Sie sich von unseren Beratern ber Ihre Mglichkeiten aufklren, rufen Sie uns an und stellen Sie Fragen. Wir haben Antworten.
 
Ihr Oliver Haberger
 
Dipl.Kfm.Univ.
Geschäftsführer
 

 
 
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