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Schneckenrennen
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Schneckenrennen

 
 
Entwicklungspsychologen sind sich einig, eine Schneckenrenn-App kann niemals den Erfahrungsschatz liefern, den ein wirkliches Rennen mit gesammelten Schnecken in einem Sandkasten bewirkt. Ein ungewöhnliches Zitat? Dieses Beispiel von Prof. Thomas Fischer, Wirtschafts- und Führungspsychologe, wird genutzt, um zu zeigen, dass digitale Bildung einige erschwerende Hindernisse zur Implantation von sensorischen und limbischen Erfahrungen aufweist.
Piaget, der Schweizer Biologiepsychologe und einer der berühmtesten Entwicklungsexperten, hat in den 40er Jahren das Stufenmodell mit 4 Entwicklungsstufen von Geburt bis zur Pubertät eingeführt. Neuere Erkenntnisse lassen dies nicht mehr als Stufen wie etwa eine Treppe gelten, sondern als überlappende Wellen. Doch der Grundlage, die Piaget gelegt hat, stimmen die meisten Wissenschaftler immer noch zu. Um die Prozesse der Weiterentwicklung von Stufe zu Stufe darzustellen, benutzt er die Axiome:

Assimilation, Akkomodation und Äquilibration

 
Doch bevor wir zu wissenschaftlich werden und Sie damit langweilen, lassen Sie uns das abkürzen, indem wir nochmals auf die Schnecken von Prof. Fischer zurückkommen. Er beschreibt zwei Buben, die Schnecken sammeln und diese auf den Rand eines Sandkastens setzen. Dabei beobachten sie, dass sich die Schnecken immer in Richtung der naheliegenden Büsche bewegen. Dies veranlasst die beiden, eine Rennstrecke festzulegen (Assimilation) und die Tiere bei diesem Rennen zu beobachten.
 
Die gelernten Erfahrungen, "der Schnellste erreicht das Ziel als erstes" werden später auf den Dreirad in neuer Weise umgesetzt (Akkomodation). Kleinkinder in den ersten Entwicklungsstufen hören zum Beispiel ein Bellen („wau wau“) und sehen ein vierbeiniges Tier und sie bekommen gesagt, dass „Wau Wau“ ein Hund ist. Vier Beine und Bellen = Hund, eine Kategorie ist durch Assimilation entstanden.
 
Später sehen dieselben Kinder eine Kuh und rufen "Wau Wau", worauf sie hoffentlich korrigiert werden und man Ihnen die Kategorie Kuh nahebringt. Sie haben eine Akkomodation abgeschlossen. Lernkultur besteht also aus der
 

A. Implementierung von neuem Gesichtspunkten eines Erlebens (Assimilierung)

oder

B. die Neuschaffung einer Kategorie zu Anwendung von Wissen (Akkomodation).

    Jeder Mensch lernt auf diese Weise und unser Gehirn versucht unbewusst, dies in einem Flies-Gleichgewicht zu halten. Dieses Gleichgewicht nennt Piaget Äquilibration. Die Neugierde und der Ehrgeiz sowie die Vernunft zur Erhaltung unserer mentalen Gesundheit treiben uns an, dieses Gleichgewicht immer wieder herzustellen.

    Lernen folgt ein Leben lang denselben Regeln

    Simulationen wie Computerspielen wirken eher statisch im Gegensatz zur direkten sensorischen Erfahrung, Fisher nennte es dynamisches Erleben. Die simulierte statische Wirklichkeit wird letzten Endes nicht wirklich erlebt, die Hände werden nicht schmutzig und schon gar nicht schleimig von der Schnecken-App. Die direkt in Muskelkraft umgesetzte Willenskraft fehlt völlig, so weiter Prof. Ernst Schubert, ein für die Entwicklung wichtiger Baustein, die Balance, die Äquilibration kann hier niemals hergestellt werden, denn es ist eine reine Assimilation, neue Kategorien werden immer in die vorhandenden Welten "Computerspielplatz" integriert.
    Doch wie sieht es mit dem digitalen Lernen bei Erwachsenen aus? Die Konjunktur für Onlineangebote wie Webinaren und die zoomschen virtuellen Klassenräume hat gerade erst begonnen. Tatsächlich kann auch hier eine ähnliche Beobachtung gemacht werden. Es fehlen signifikante Impulse, welche eine Assimilation überhaupt erst möglich machen.
    Ist eine interaktive dritte Instanz beteiligt, wie in einem Webinar oder virtuellen Klassenraum, ist die rezeptive Lernqualität zwar höher, aber diese Rezeption findet eben nur in wenigen Wahrnehmungsebenen des limbischen Systems statt. Ein Grund, warum viele Webinare so ermüdend wirken.
    In Bezug auf die Erkenntnis, dass von Gelerntem je nach sensorischer Beteiligung nur zwischen 5 % und 20 % wirklich nachhaltig genutzt werden kann, gilt bei Webinaren je nach Bildungsinhalt ein noch geringeres Maß. Die Ursache für die hohe Fluktuation von Wissenseinheiten ist die genannte niedrige rezeptive Ansprache.
     

    Die Lern-Industrie muss nochmals umdenken

    Was dies für die Lernsituationen bedeutet, ist inzwischen in vielen Studien belegt und wird nicht nur für die Weiterbildungseinrichtungen bedeutend sein, sondern für unser ganzes Bildungssystem. Der bisherige Anspruch, dass Kinder so früh wie möglich auf das digitale Zeitalter vorbereitet werden sollen, wurde eindrucksvoll von einer ganzen Reihe von Experten wiederlegt. Dazu kommt, dass es kaum pädagogische Konzepte für die Einführung von Kindern ins digitale Zeitalter gibt. Die Digitalisierung wird von der Industrie fast ausschließlich ökonomisch vorangetrieben.
    Die Panikmache, den digitalen Anschluss nicht zu verlieren, ist für Einrichtungen und Unternehmen tatsächlich richtig. Deutschland steht tatsächlich in Gefahr, den Anschluss zu versäumen. Doch in vielen Bereichen sind wir als Deutsche zu technologieorientiert. Eine konzeptionelle pädagogische Grundlage ist längst überfällig, doch darauf müssen wir noch warten.
    Die Lernfabrik 4.0, in der Computer die Lehrer oder Dozenten ersetzen soll, ist schlicht eine Farce und kann von der wissenschaftlichen Seite in keiner Weise als erfolgreich nachvollzogen werden.
    Im Vergleich zu einem Präsenzseminar oder einer physisch anwesenden Schulklasse sind wir mit dem digitalen Lernen noch Lichtjahre von einer effektiven Wissensimplantation entfernt. Wir dachten, wir sind weiter, aber alle neuen Studien zu diesem Thema belegen genau das Gegenteil. Sie werden nach wie vor die größte Effizienz bei einem Präsenzseminar erleben, insbesondere wenn die Dozenten praxisbezogene pädagogische Konzepte anwenden. Die Dozenten beim MANAGER INSTITUT sind durchwegs Praktiker, die genau wissen, wovon sie dozieren.
    Lassen Sie sich nicht Digitales vormachen, wo es nicht angebracht ist. Das MANAGER INSTITUT heißt Sie nach wie vor in den Präsenzseminaren willkommen und würde Sie gerne mit einem Handschlag dort physisch begrüßen. Wählen Sie aus 300 Angeboten zu 18 Unternehmensbereichen oder rufen Sie unsere Weiterbildungs-Experten an und erleben Sie Weiterbildung mit höchster Effizienz und Effektivität.

    Ihr Oliver Haberger

    Dipl. Kfm. Univ.

    Geschäftsführer

     
    PS: Hier der Link zu unseren tatsächlich physisch mit lebendigen Dozenten durchgeführten Angeboten
     
     

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